Was Corona mit uns macht - Alte Ängste werden aktiviert

Als Somatic Experience® Therapeutin - eine Form der Körperpsychotherapie - frage ich mich gerade, was Corona mit mir - mit uns - macht? Insgesamt spricht man davon, dass Angst bei einigen Menschen zugenommen hat. In Teilen verständlich, denn der Mund-Nasen-Schutz schränkt unseren Kontakt zu den Mitmenschen stark ein und vor allem auch zu Verwandten und Freunden, die man kürzlich noch in den Arm genommen hat und dabei keine Angst haben musste, den Virus zu übertragen. Über dem gesamten Alltag schwebt die Angst vor dem Virus. Hinzu kommt, dass die Corona-Pandemie und ihre Dauer, der Umfang und die Folgen schwer einschätzbar sind. Dies kann diffuse Ängste wecken. Verbunden mit vielen Unsicherheiten im Alltag, der anders als gewohnt geordnet werden muss. Heike Gattner, eine langjährige Körperpsychotherapeutin weist insbesondere darauf hin, dass diese Angst rundum Corona alte Ängste aktiviert.  Und für viele Menschen bedeutet die Corona-Pandamie Stress, der nicht mehr kompensiert werden kann, weil ihr Stresslevel vorher schon sehr hoch war, so umschreibt es Heike Gattner.

Wie kommt man jetzt raus aus den Ängsten?

Heike Gattner forscht in ihren Sitzungen, woher die Angst kommt und geht damit auf Spurensuche zur ursprünglichen Angst. Sie fragt, wie groß ist sie, ev. welche Form hat sie und wie alt ist sie? ist diese Form von Angst schon bekannt aus vorherigen Situationen oder Erfahrungen? Manchmal wird deutlich, dass diese Angst – auch wenn man glaubt, sie ist nur auf Corona zurückzuführen – eine alte Angst ist. Teilweise ist sie sogar transgenerational übertragen worden, d.h. sie wurde von vorherigen Generationen weitergegeben. Die Eltern- oder Großelterngeneration mit ihren Kriegserfahrungen hat bestimmt einen Anteil darin. Nicht umsonst hat Sabine Bode viele Bücher genau zu diesem Thema geschrieben – hier insbesondere ihr Buch „Die deutsche Krankheit - German Angst“.

Das Ziel ist, wie Heike Gattner es so schön ausdrückt, inneren Frieden zu finden. Und bleiben Sie im Kontakt – gerade jetzt, mit dem Mundschutz im Gesicht, ist die Verbindung mit anderen teilweise schwerer geworden. Aber Menschen brauchen Kontakt – schenken Sie einen freundlichen Blick mit ihren Augen und seien Sie gespannt, was Sie zurück bekommen: Verbindung schafft Bindung – ein lebensnotwendiges Bedürfnis.

Heike Gattner ergänzt, dass es wichtig ist, immer Ausschau zu halten, wo ist die Lücke in den Einschränkungen? D.h. sich nicht nur damit auseinanderzusetzen, wo ist die Grenze in meinem täglichen Tun, sondern wo ist der Spielraum, den ich habe? Die Fokussierung auf das Problem geht dann etwas verloren und man fühlt wieder mehr Beweglichkeit und Freiheit im täglichen Tun und vielleicht geht dann Ihre Angst auch etwas zurück.

Wer etwas tiefer in dieses Thema einsteigen möchte, kann die Youtubes mit Heike Gattner aufrufen: https://www.youtube.com/watch?v=Ca34dpxU0gw&feature=youtu.be
oder direkt von Peter Levine:
https://www.thetraumatherapistproject.com/podcast/peter-levine-phd-managing-in-the-midst-of-covid-19/

Beide bieten einige Tipps und Erkenntnisse, um mit den täglichen Herausforderungen und Ängsten besser umzugehen.

Wer das Thema selbsterfahrend erleben möchte, der kann an meinem 3-teiligen Workshop ab 29.01.21 in Bad Soden teilnehmen. Hier wird der Focus auf die Regulation des Nervensystems gelegt und wie man lernen kann in diesen besonderen Zeiten mehr Selbstregulation zu erlernen.

Details finden Sie hier

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