Sicherheit und Orientierung

Zwei wesentliche Dinge, die wir gerade jetzt brauchen

Kürzlich habe ich einem Zoom-Beitrag von Marianne Bentzen, eine weltweit führende Körpertherapeutin, zugehört, der mir sehr nah ging. Sie hat mir auf treffende Weise Aspekte von Sicherheit auf eine neue Weise näher gebracht. Und sie hat es geschafft, trotz der technischen Übertragung mit dem Streaminganbieter, eine Art von Seele mit auf den Weg zu geben, die ich bislang noch nicht kannte.

Den permanenten Wechsel akzeptieren lernen

Ein Kernaspekt ihrer Session war das Thema Sicherheit. Wir alle wünschen uns Sicherheit – besonders jetzt! Nun ist es aber gerade dieser Aspekt, der momentan für viele Menschen völlig in Frage gestellt wird. Weil von heute auf morgen faktisch viele Abläufe des Lebens, die wir bislang gewohnt waren und die Sicherheit geben, anders ablaufen sollen und müssen. Die gewohnte Struktur wird auf den Kopf gestellt und sukzessive gilt es, eine neue Lebensstruktur zu entwickeln, die aber auch morgen schon wieder anders sein kann, wenn andere Anforderungen aus der Politik an uns adressiert werden: Wie darf ich mich bewegen, welchen Abstand muss ich einhalten, wann darf ich wohin und wie lange darf ich dort mit wem sein?

Marianne Bentzen verdeutlichte in ihrem Vortrag, dass Rehe zum Beispiel niemals in vollständiger Sicherheit durch ihr Leben gehen, sondern, wenn sie aus dem Wald in die Lichtung treten, ihren Blick schweifen lassen, sich orientieren und dann erst den nächsten Schritt wagen. Ihr Leben ist davon gekennzeichnet, dass sie nur in dem Augenblick Sicherheit erfahren, wenn sie einen Überblick haben, den Schritt tun und dann wieder in die Orientierung gehen. Es ist ein permanenter Wechsel zwischen Orientierung und Sicherheit, dann kommt erst der nächste Schritt. Sie leben dabei immer im jeweiligen Augenblick – im Jetzt. Im Jetzt haben sie Sicherheit, der nächste Augenblick kann schon anders sein.

Wir Menschen haben gerne auf lange Sicht eine genaue Planung und damit Kontrolle, um langfristig Sicherheit zu haben. Das Leben jetzt hat uns gezeigt, dass das nur scheinbar  ist – die vielen Faktoren in unserem Leben, die immer mehr in Abhängigkeit von vielen kleinen Teilen sind, haben diese Sicherheit relativiert. Ich kann mich noch gut an den Spruch in meiner Kindheit erinnern: „Das interessiert mich genauso viel, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt.“ Wie sich die Welt verändert hat und wie wir alle miteinander in Verbindung sind, zeigt uns das Virus, das gerade die Welt bestimmt.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Wir können aber auch jetzt noch Sicherheit erfahren – nämlich indem wir lernen, Sicherheit im Moment wahrzunehmen, den wir gerade haben. Der ist uns sicher und dann in die Orientierung zu gehen: was ist um mich herum im Außen los? Was sehe ich, was höre ich, was fühle ich gerade jetzt? Es geht nicht darum, sich einen geplanten Verlauf des Lebens zu wünschen und in der Zukunft zu leben, denn das nimmt einem die Möglichkeit das Jetzt in seiner ganzen Fülle und Wahrhaftigkeit wahrzunehmen. Wir verpassen den Augenblick, der so schön sein kann. Gerade jetzt, wo der Frühling sich um das Virus schert – er ist jetzt da und bietet uns in vielerlei Facetten Sicherheit und Schönheit, wenn wir uns nur an dem, was er gerade bietet, orientieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Sicherheit und Orientierung im Jetzt!

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